Dienstag, 15. Mai 2018, 19.30 Uhr

Blumenhaus Trede, Gwäxhaus, Furtmayrstraße 5, Regensburg

Prof. Dr. Widmar Tanner (Regensburg)

Ein ungewöhnlicher aber sehr bestechender Blick auf die Widmar Tanner2 Körber Stiftung Hamburg webmenschliche Intelligenz! Die biochemischen Prozesse der Pflanze sind Grundlage unserer gesamten Ernährung. So bildet die Photosynthese die Grundlage unserer organisch-chemischen Ernährung – und dies freilich nicht nur für den Menschen, sondern auch für das gesamte Tierreich.
Andererseits sorgt die „Bergwerksarbeit“ der pflanzlichen Wurzel für alle anderen Bestandteile unserer Nahrung, also die anorganische Ernährung. Letztere Fähigkeit aller Pflanzen des Festlandes ist uns aufgrund unserer Schulbildung weniger vertraut als jene oberirdische der Photosynthese.
Im Vortrag soll bewiesen werden, dass sich intelligentes Leben auf unserem Globus vor allem aufgrund der einmaligen Leistung der pflanzlichen Wurzel entwickeln konnte. Schließlich soll die Vorstellung einiger Botaniker untermauert werden, dass, wo immer es im Universum intelligentes Leben auf festem Substrat geben mag, dieses keinesfalls ohne die gleichzeitige Existenz bewurzelter Organismen entstehen konnte.

Widmar Tanner (Jg. 1938) ist ein international bekannter Pflanzenwissenschaftler. Er studierte Biologie und Chemie an der LMU München und an der Purdue University in West Lafayette (Indiana) USA. Mit einer in den USA verfassten Arbeit promovierte er 1964 an der LMU München, wo er sich 1969 auch habilitierte. 1970 wurde er – im Alter von 32 Jahren – an die Universität Regensburg auf einen Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenphysiologie berufen. Er ist seit 2005 emeritiert. Tanner bearbeitete ein breites Spektrum der Pflanzen-Biochemie und -Physiologie, forschte u. a. zu Fragen des zellulären Membrantransports sowie der Biosynthese und der Funktion von Glykoproteinen. Er charakterisierte einen Glucose Transporter von Chlorella – das erste Beispiel eines eukaryontischen Protonen-Symporters. Er klärte den Biosyntheseweg einer Proteinmodifizierung, die auch beim Menschen essentiell ist. In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit Plasmamembranen bei Hefen und Pflanzen. Neben seinem wissenschaftlichen Wirken war Tanner u. a. Vizepräsident der Universität Regensburg (1976–1979), Mitglied des dortigen Wissenschaftsrats (1987–1989) sowie Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1993–1997).

Rückblick

Renommierter Naturwissenschaftler beim Akademischen Forum
Albertus Magnus

Tanner Widmar 15.05.18 webDer international bekannte Regensburger Biologe Prof. em. Dr. Widmar Tanner (Jg. 1938) referierte am 15. Mai 2018 vor etwa 30 Zuhörern zum Thema „Kein intelligentes Leben ohne Pflanzen“. Die Veranstaltung fand an einem zur  Thematik  passenden Ort, nämlich im Blumenhaus Trede/ Gwäxhaus in Regensburg, statt.
Nach der Begrüßung der Besucher und des Referenten beleuchtete Herr Prof. Dr. S. Bonk, der Direktor des „Akademischen Forums“ das Thema einführend  aus philosophiegeschichtlicher Perspektive.
Kein organisches Leben  ohne Pflanzen
In seinen Ausführungen erläuterte  der Naturwissenschaftler die zentrale Bedeutung der Pflanzen für organisches Leben:  Grüne Pflanzen produzieren im Zuge ihres zentralen Lebensvollzugs, der Photosynthese, durch  Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid Sauerstoff und Traubenzucker. Damit ermöglichen Pflanzen  elementare Grundlagen allen Lebens : Sauerstoff braucht alles Leben zum Atmen und der in Stärke umgewandelte Traubenzucker ist Ursprung aller Nahrung.
 Mineralien und Spurenelemente aus Pflanzen
Indem sie mit ihren Wurzeln Mineralien und Spurenelemente aus der Erde aufnehmen und speichern, liefern Pflanzen auch diese lebens- wichtigen Stoffe.
Mit Ausnahme von  Kochsalz sind alle zum Leben notwendigen Stoffe in Pflanzen enthalten.
Leben auf anderen Planeten
Seine Grundannahme, nach der  ohne Pflanzen kein intelligentes Leben  möglich ist, bezog der Biologe auch auf andere bewohnbare Planeten im Universum.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren