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Mittwoch, 27. Januar 2016, 19.30 Uhr
Konferenzraum K III („Dionys-Saal“) im Diözesanzentrum Obermünster, Obermünsterplatz 7

becker hansjuergenProf. Dr. Hans-Jürgen Becker (Regensburg)
Der Zins. Sein Glanz und sein Elend

In seiner jüngsten Enzyklika „Laudato si‘“ verweist Papst Franziskus auf den Zusammenhang von sozialer Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und Klimawandel: Wir brauchen jetzt eine Wirtschaft, die auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind setzt und nachwachsende Rohstoffe fair verteilt. Die internationale Geldpolitik dürfe nicht länger die reichen Staaten bevorzugen, sondern müsse ökonomische Gerechtigkeit anstreben. Solche Forderungen stehen in Zusammenhang mit dem alten Thema „Zins und Zinsverbot“. Dieses stellte jahrhundertelang einen zentralen Bestandteil jüdischer, christlicher, teils auch islamischer „Wirtschaftsethik“ dar.
Im Vortrag wird erklärt, was Zins eigentlich ist (und was „Wucher“), wie das Zinsverbot entstand und was das Alte Testament dazu sagt. Darüber hinaus wird erörtert, wie es nach dem Mittelalter zu geschickten „Umgehungsversuchen“ besagten Verbots gekommen ist und wie das Kirchenrecht im 19. und 20. Jahrhundert von diesem Verbot – schweigt. Abschließend wird der Vortragende einen Blick auf das Thema „Der Zins in der christlichen Ethik und Soziallehre“ werfen.

Hans-Jürgen Becker wurde 1939 geboren; Promotion zum Dr. jur. 1967 und Habilitation in Frankfurt am Main 1972; Professor hier 1974; Ordentlicher Prof. und Direktor des Seminars für Deutsches Recht an der Universität zu Köln 1975; Ordentlicher Prof. an der Universität Regensburg seit 1988 (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäische Rechtsgeschichte und Kirchenrecht), seit 2008 Emeritus. Prof. Becker war u. a. Dekan der Juristischen Fakultät und mehrfach Prorektor der Universität Regensburg, Vorsitzender der Vereinigung für Verfassungsgeschichte sowie Sprecher der Professorengruppe des Deutschen Hochschulverbandes an der Universität Regensburg. Ihm ist im Jahr 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden. Zahlreiche Veröffentlichungen und eine eindrucksvolle Herausgebertätigkeit (Rechtshistorische Reihe: seit 1978, Rechts- und staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft: seit 1999, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte-Kanonistische Abteilung: seit 1994) begleiten seinen wissenschaftlichen Weg.

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