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Misere – Psalm und himmlische Musik

Der berühmte Psalm 50 „Miserere“, den bereits Augustinus überaus bewundert hat, gehört mitten hinein in die vorösterliche Bußzeit. Hier ist sein Anfang:
„Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was böse ist in deinen Augen.
So behältst du recht mit deinem Urteilsspruch, lauter stehst du da als Richter…“
Dieser sehr bekannte Psalmentext hat auch eine vielberühmte Vertonung erhalten – die Rede ist von der des römischen Komponisten, Chormeisters, Sängers und Priesters Gregorio Allegri (1582-1652). Seine über alle Maßen herrliche Komposition war im Vatikanpalast so geschätzt, galt als so kostbar, dass sie nur ein einziges Mal pro Jahr aufgeführt werden durfte…
Über dieses „Miserere“ ist bei „Wikipedia“ zu lesen: „Es erklang bis 1870 jedes Jahr in der Karwoche in der Sixtinischen Kapelle und durfte angeblich nicht kopiert werden. Bei einem Besuch dort im Jahr 1770 soll Wolfgang Amadeus Mozart das Musikstück gehört und es später aus dem Gedächtnis niedergeschrieben haben. Eine erste Veröffentlichung des Werkes aus dem Jahr 1771 stammt von Charles Burney. Ihm und Mozart könnte es zu verdanken sein, dass das Stück nicht für immer verlorenging. Das Miserere beeindruckte auch Johann Wolfgang von Goethe.“  
Die vielleicht beste unter den vielen schätzenswerten Interpretationen ist die des Studierenden-Chores des Claire College der University of Cambridge: www.youtube.com/watch?v=IA88AS6Wy_4
Dabei dürfte die souveräne Meisterung des dreigestrichenen „hohen c“ durch die Sopranistin auf der Säulenempore als ganz besonders ergreifend empfunden werden. Unser Fastentipp: Unbedingt hineinhören!
PS: Auch die Kommentare sind teilweise lesenswert; hier ein Beispiel: Twelve minutes and forty two seconds ago, I was an atheist.
Intensive musikalische Minuten wünscht
Ihr Sigmund Bonk

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