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Warum christliche Hoffnung anderes ist als ein neugieriger Blick ins Jenseits | Rückblick „Eschatologische Perspektiven Joseph Ratzingers“ 15. April 2026

Kürzlich bot das Akademische Forum Albertus Magnus Regensburg den Rahmen für einen theologischen Vortrag von existenzieller Bedeutung und besonderer Tiefe. Als Referent sprach Dr. Christian Schaller, stellvertretender Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. Unter dem Titel „Eschatologische Perspektiven bei Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.“ eröffnete Schaller einen differenzierten Zugang zu zentralen Fragen von Tod, Auferstehung und christlicher Hoffnung.
Der Tod ist allgegenwärtig – in persönlichen Verlusten, in globalen Krisen, im wachsenden Gefühl menschlicher Endlichkeit. Und doch, so Schaller, spielt er im theologischen wie gesellschaftlichen Diskurs eine erstaunlich geringe Rolle. Christliche Hoffnung sei jedoch keine Jenseitsvertröstung, sondern eine Wirklichkeit, die den Menschen bereits im Hier und Jetzt betrifft.
Bereits das christliche Glaubensbekenntnis bringt diese Spannung auf den Punkt: „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.“ Dieser Satz sei kein randständiger Zusatz des Credos, sondern von grundlegender Tragweite. Der Glaube an das ewige Leben ist für Ratzinger nichts anderes als die Anwendung des Gottesglaubens auf die eigene Existenz. Damit richtet sich seine Kritik gegen ein Gottesbild, das Gott nur noch als abstrakte Hypothese gelten lässt. Wo Gott nicht mehr als handelndes Subjekt der Geschichte verstanden wird, verschwindet auch die Hoffnung auf Vollendung. Ewiges Leben setzt die Überzeugung voraus, dass Gott nicht nur geschaffen hat, sondern auch vollendet.
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Dr. Christian Schulz

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