Dienstag, 23. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Pfarrzentrum St. Anton,                              Then Reinhold web
Furtmayrstraße 22, Regensburg 

Dr. Reinhold Then (Regensburg)

Weltmissionssonntag Plakat 2018 webZur Vorbereitung auf den Weltmissionssonntag am 28. Oktober 2018, den in diesem Jahr die Diözese Regensburg zum Thema „Äthiopien“ ausrichten wird, befasst sich das Akademische Forum Albertus Magnus mit dem – spätestens auf den zweiten Blick – spannenden Thema „Die Bibel der Äthiopischen Kirche“.
Die Frühgeschichte dieser Kirche hat viel mit Judenchristentum und Judentum zu tun. Sie hat sich diese Eigenart im Umfang ihrer 81 biblischen Bücher bewahrt. Über den Kanon der westlichen und östlichen Kirche hinaus, finden sich in der äthiopischen Bibel auch Schriften und Schriftsammlungen wie äthiopischer Henoch, Buch der Jubiläen, 4Baruch, Esra Apokalypse, EsraGraecus und Himmelfahrt des Jesaja, die in der äthiopischen Kirche kanonischen Rang haben und damit als Hl. Schrift verehrt werden. 
Das Plus dieser Bücher im biblischen Kanon weist dabei nicht nur auf besagte jüdische Spuren, sondern auch auf eine besondere Wertschätzung des Alten Testaments und des frühapokalyptischen Denkens hin. Die äthiopische Kirche hat dieses Substrat – selbst unabhängig von der einflussreichen koptischen Kirche in Ägypten – konserviert und bewahrt. Die Spurensuche erhellt uns somit die Frühzeit des ägyptischen und äthiopischen Christentums und gewährt uns Einblicke in den immensen Reichtum der äthiopischen Kirche.

Dr. theol. Reinhold Then (Jg. 1956) Studium der Kath. Theologie und der Orientalistik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit dem Schwerpunkt biblisch-orientalische Sprachen (u.a. ge’ez, altäthiopisch), Wiss. Assistent am Lehrstuhl für Altes Testament an der kath.-theol. Fakultät der Universität Regensburg (1984-1991), seit April 1991 Leiter der Bibelpastoralen Arbeitsstelle und der Diözesanstelle des Kath. Bibelwerks im Bistum Regensburg, Autor und langjähriger Reiseleiter für Studien- und Pilgerreisen in biblische Länder, Vorstand der Armin Schmitt Stiftung, 1. Vorsitzender des Vereins "Christen helfen Christen im Hl. Land e.V.".

missio Logo webDer Vortrag findet in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Weltkirche des Bistums Regensburg statt.

Prof. Dr. Sigmund Bonk moderierte die aktuelle Veranstaltung am 23.10.18, die als Kooperation des Akademischen Forums mit der Fachstelle Weltkirche des Bistums Regensburg und dem internationalen katholischen Missionswerk „missio“ ermöglicht wurde. Damit sollte auf den Weltmissionssonntag (28. 10. 2018.), der im Bistum Regensburg heuer unter Thema „Äthiopien“ stand, vorbereitet werden. Knapp 60 Interessierte waren gekommen.
Der Referent: Ein kompetenter Kenner des Alten Orients
Als Referent konnte der bekannte Theologe, wissenschaftliche Autor und Reiseleiter Dr. Reinhold Then gewonnen werden. Dr. Then ist unter anderem Leiter der Diözesanstelle des Kath. Bibelwerks im Bistum Regensburg.
Äthiopien heute
Mit 88 Millionen Einwohnern, zählt Äthiopien zu den bevölkerungsreichsten Staaten Afrikas. In der Bevölkerung Äthiopiens sind etwa 80 verschiedene ethnischen Gruppen vertreten. Wie bereits vor Jahrtausenden, so treffen in diesem Land auch heute die unterschiedlichsten religiösen, kulturellen, sozialen, politischen und schon auch religiöse Einflüsse aufeinander.
Heute sind 63% der Bevölkerung sind Christen, davon jedoch nur etwa 0,8 % Katholiken.
Anfänge der Kirche Äthiopiens
Der hl. Frumentius (+ 383) gilt als „Apostel von Äthiopien. Er war Gründer und erster Bischof der äthiopischen Kirche. Er missionierte und taufte 325 König Ezana zum ersten christlichen König.
Äthiopischer Einfluss auf die Heilige Schrift
Bereits lange vor Christi Geburt war das Judentum in Äthiopien vorhanden. An die Stelle des Judentums trat dann schließlich das äthiopische Christentum. Das äthiopische Kulturgebiet hatte großen Einfluss auf die Entstehung des Alten Testaments. Es wird sogar davon ausgegangen, dass sich die Bundeslade heute in Äthiopien befindet.
Die äthiopische Bibel enthält mehr Schriften als die Einheitsübersetzung. Beispielsweise zählt das Hennoch- Buch, dessen ältesten Teile aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammen, zum äthiopischen Alten Testament.
Nach einer kurzen Pause war Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen. Dabei kam auch die Einflüsse der der altäthiopischen Schriften auf die christliche Engellehre zur Sprache.
Dr. Johannes Schwinghammer

 

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