Der letzte Rabbiner Leo Trepp - Wieviel Religion verträgt eine Gesellschaft?

Trep Gunda webDo 11.07.2019, 19.00 Uhr

Jüdisches Gemeindezentrum, Am Brixener Hof 2, 93047 Regensburg

Gunda Trepp (San Francisco)

 

Fotografin: Karin Salathé

 

Der bekannte in Mainz geborene Rabbiner und Religionsphilosoph Leo Trepp (1913-2010) wuchs in einer orthodoxen Familie auf, in der Schiller und Shakespeare ebenso zum Alltag gehörten wie Talmud und Tora. Nach Philosophiepromotion und Rabbinerausbildung amtierte er - unter den kritischen Blicken der Nationalsozialisten - als letzter Landesrabbiner in Oldenburg. Wie durch ein Wunder konnte er in die USA fliehen. Doch schon bald begann er sein unermüdliches Versöhnungswerk, wie es Karl Kardinal Lehmann nannte.

Zeit seines Lebens bemühte er sich um beides - liberal und engagiert in der deutschen Gesellschaft mitzuwirken und diese aktiv mitzugestalten - bei gleichzeitiger unerschütterlicher Treue zu seiner religiösen Tradition. Aufgrund aktueller Gesellschaftlicher Entwicklungen rücken die Themen Integration und Assimilation wieder neu in den Blick. Hierbei werden auch die Beziehungen und Korrelationen von Religionen und Gesellschaften zu betrachten sein.

Die Witwe von Leo Trepp, die in San Francisco und Berlin lebende Journalistin und Juristin Gunda Trepp, berichtet über sein faszinierendes Leben und stellt die Frage, was wir daraus im Blick auf die gegenwärtige Integrationsproblematik lernen können. Denn Gunda Trepp vertritt die These, dass sich die neo-orthodoxen Juden damals zwar gesellschaftlich integrierten, sich aber nicht assimilierten. Denn sie legten Wert darauf, weiterhin ihren Religiongesetzen zu folgen, die viele ihrer christlichen Mitbürger als fremd ansahen.

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