Orthodoxe und Katholische Kirchen in der Ukraine: Kirchliche Beiträge zur Identitätsfindung einer Nation

Dienstag, 02.04.19, 19.30 Uhr

Salzstadel, Konferenzraum, Weiße-Lamm-Gasse 1, Regensburg

Pater Dr. Dietmar Schon (OP)

Schon Dietmar 2 webDie Ukraine steckt aktuell in einem macht-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Sog. Jahrhundertelang in verschiedene und wechselnde Machtzentren eingegliedert, hat die staatliche Unabhängigkeit nach dem Zerfall der Sowjetunion die Frage nach der ukrainischen Nation und Identität nicht automatisch gelöst, sondern nur neu formuliert. Verschiedene Modelle werden angeboten: Orientierung nach Westen, Orientierung nach Osten, oder eine selbstbewusste Ukraine zwischen Ost und West. Das Meinungsspektrum über den besten Weg ist vielfältig und wird kontrovers diskutiert.
Angesichts einer tiefverwurzelten Religiosität der Bevölkerung kommt den christlichen Kirchen der Region hohe Bedeutung für die Selbstfindung der Ukraine zu. Die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine sind allerdings selbst Spiegel der vorhandenen Vielfalt: sie suchen nach ihrer Position inmitten einer postkommunistischen Gesellschaft und möchten zugleich zur gesellschaftlichen Identitätsfindung und Gestaltung beitragen.
Der Vortrag möchte skizzenhaft die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine und ihre Geschichte vorstellen. Dabei soll beleuchtet werden, wie die historisch gewachsene Rolle der Kirchen ihre Positionierung im laufenden gesellschaftlichen Transformationsprozess beeinflusst.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren