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Kurzessays2„Ich bin kirchlicher Christ und will es auch bleiben“
von Sigmund Bonk, Direktor „Akademisches Forum Albertus Magnus“


Wer gerne lebt und dankbar dafür ist, dass er die Sonne, Wolken, Bäume, Menschen, Tiere und unendlich viel mehr sehen darf, kann schwerlich umhin, die relative Kürze der Lebenszeit tief zu bedauern. Einem solchen Menschen wäre es weit lieber, wenn sich nach seinem Tod eine Tür zu einem neuen Dasein öffnen würde, als dass dann „alles endgültig aus“ wäre. Und ein solcher Mensch hält es für gerecht, würden dann die vielen, die leiden mussten, getröstet und beschenkt werden (und die ganz schlimmen Typen, die ihren Mitmenschen großes Leid zugefügt haben, ihrer verdiente Strafe zugeführt oder auch ins Nichts verworfen). Eine Art innere Stimme (meiner Erachtens ist es das Gewissen), legt die Überzeugung nahe, dass es anständig, gut und edelmütig ist, an ein neues (dabei auch anderes) Leben nach dem Tod zu glauben – und wenn das nicht so ohne weiteres gelingen sollte, sich um genau diesen Glauben zu bemühen.

Nun gibt es aber eine allseits bekannte Institution, welche es sich seit zwei Jahrtausenden zur Aufgabe gemacht hat, bei diesem Bemühen Hilfestellung zu leisten. Nicht, dass dies die einzige Aufgabe der Kirche wäre – denn selbstverständlich ist nun von ihr die Rede –, aber eine ihrer wesentlichen Aufgaben ist das schon. „Sie führt ihr Volk zusammen“: das Volk der Gläubigen, Gottes Volk. Die Kirche kann bei ihrem Bemühen, zum Glauben zu führen und diesen zu festigen, auf eine zweitausendjährige Erfahrung zurückblicken. Und die Kirche ist überall auf dem Erdball anzutreffen. Bei all ihren Schwächen und wohl auch Fehlern bleibt sie unsere ehrwürdige Mutter und geistliche Ernährerin: nicht zuletzt aufgrund der Sakramente. Und nochmals sagt mir die innere Stimme: „Bleibe ihr treu – verstoße die Mutter nicht in deinem Herzen“
Und was wäre auch die Alternative? „Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens (Joh 6,68).“ Petrus hätte m. E. ebenso gut sagen können – und das gilt heute (ungeachtet zahlreicher neuer Ideologien) nicht anders als damals: „Allein du hast Worte ewigen Lebens.“ Nur wer auf diese Worte setzt kann, davon bin ich überzeugt, ewiges Leben gewinnen. Nicht die anderen Religionen, nur die drei monotheistischen versprechen dies. Davon geht indessen – es sei mit tiefem Respekt vermerkt! – die eine selbst allenfalls halbherzig von einem Leben nach dem Tode aus, während die andere einen Gott und einen neuen Propheten verkündet, bei denen (so viel ich sehen kann) keine volle Menschlichkeit erkennbar wird. So bleibt für einen das Leben liebenden Humanisten (Menschenfreund) mit Ewigkeitssehnsucht tatsächlich nur die christliche Option übrig. In der grandiosen Schlussvision von Dantes „Göttlicher Komödie“ sieht der Dichter inmitten der göttlichen Trinität plötzlich ein menschliches Antlitz aufstrahlen. Dann bricht er ab. Die innere Stimme rät mir jetzt, dasselbe zu tun. Darüber hinaus bleibt ja auch nichts zu ersehnen übrig.

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