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Mittwoch, 04.12.19 | Andreasstadel Regensburg

Büchner04.12.19web

Glück und Freude

Prof. Dr. Sigmund Bonk, Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus, war es gelungen, den ehemaligen Domkapellmeister, Prof. Roland Büchner, als Referenten zu gewinnen. Dem Anlass entsprechend spielte die junge Violinistin Anna Langrieger zwei Werke von Johann Sebastian Bach.

Prof. Bonk stellte den beruflichen Werdegang von Prof. Büchner vor und wies auf seine großen Verdienste hin, für die ihm eine Reihe hoher Auszeichnungen verliehen wurden. Mit „Musiker“ und „Erzieher“ nannte Prof. Bonk zwei zentrale Professionen eines  Domkapellmeisters. Diese verkörperte Prof. Büchner als „Ausnahmemusiker“ mit Liebe sowie durch sein Vorbild.

Glück und Freude

Durch die lebendigen Ausführungen von Prof. Büchner wurden das Glück und die Freude, die er durch sein Wirken erfuhr, deutlich spürbar: Er ist Kirchenmusiker mit Leib und Seele, er liebt die Musik und die Unterrichtung anderer darin. Besonders die Arbeit mit den jungen Menschen war für den Ehemann, der selbst Vater von vier Kindern ist, eine große Erfüllung. 

Zu seinen Aufgaben gehörten neben der Leitung eines weltberühmten Chores ebenso auch  Sitzungen, Konferenzen Personalführung und die Verantwortung für die „Domspatzen“ als eine  Stiftung des öffentlichen Rechts.

Er leitete, begleitete und förderte Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, damit sie mit ihrer wunderbaren Musik im Regensburger Dom und weltweit das Lob Gottes mit dem von den „Domspatzen“ bekannten Niveau singen konnten. Hinsichtlich seines Ruhestandes sagte er sichtlich bewegt: „Vor allem die Kinder werde ich vermissen“. Das mache ihn „wehmütig, aber nicht traurig.“ Gerade in den schweren Zeiten habe er die Arbeit mit den Buben und Männern genossen. „Das gemeinsame Singen ist und war immer Balsam für die Seele, für alle von uns“.

Die größten „Momente“

Als seine „größten Momente“ nannte er das Konzert für den Papst in der Sixtinischen Kapelle, die Reise ins Heilige Land oder auch nach Südafrika. Wichtig waren aber „auch die vielen kleinen Momente im Regensburger Dom, Sternstunden, die einem geschenkt wurden und die man nicht planen kann“.

Letzte Auftritte mit den Domspatzen

Bewegend waren für Prof. Büchner auch seine beiden letzten Auftritte mit den Domspatzen:

Als sein letztes Konzert dirigierte er am Freitag, 28. Juni 2019 im Audimax in Regensburg Joseph Haydns "Die Schöpfung" und bei seiner Verabschiedung im Rahmen eines Pontifikalamtes im Dom dirigierte er am 17. Juli 2019 noch einmal über 200 Domspatzen.

Belastendes Erbe

In Büchners Amtszeit fiel die Aufdeckung des Missbrauchs-Skandals. Dabei sei anfangs die Tragweite falsch eingeschätzt worden. Die Hauptarbeit seien die Gespräche mit den Betroffenen gewesen. Nachdem die Aufarbeitung ab 2015 noch mal systematisch angepackt worden sei, sei so etwas wie Vertrauen und Freundschaft gewachsen. Prof. Büchner: „Wir können weiter miteinander reden und einander begegnen." Durch Offenheit, Wahrheit und echte Betroffenheit konnte eine Aufarbeitung der Geschehnisse angegangen und Maßnahmen zur Prävention getroffen werden.

Nachfolger von Prof. Roland Büchner wurde ab dem 1. September 2019 der bisherige Eichstätter Domkapellmeister Christian Heiß.

Prof. Bonk dankte dem Referenten für seine Ausführungen in seiner liebenswürdigen, gewinnenden Art und den Zuhörern für ihr Interesse.

Dr. Johannes Schwinghammer

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